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3.2 Schadbilder bei XCP- Befall
3.2.1. Die Stengelflecken-Bakteriose (am häufigsten)
Besonders gefährdete Bereiche für den Eintritt von XCP bilden die Stecklingsentnahmestellen.
In das Gefäßsystem der Pflanze eingedrungene Bakterien breiten sich nach oben
(akropetal) und nach unten (basipetal) aus.
Meistens wird im Wachstum befindliches Gewebe befallen und geschädigt. Junge Blätter
färben sich über die Blattstiele grau-schwarz und hängen herab. Stengelteile färben sich
ebenfalls grau-schwarz und schnüren sich ein.
Ein weiteres typisches Anzeichen ist das keilförmige Welken einzelner Blätter. Im akuten
Zustand beginnen die Lamina einzelner Blätter zu erschlaffen. Der trichterartige Blattrand
sinkt herab ("Schirmwelke"). Innerhalb weniger Tage vertrocknet das Blatt vom Rande her.
Während die beschriebenen Welkeerscheinungen innerhalb weniger Tage auftreten, bleiben
die Wurzeln längere Zeit optisch unverändert und wirken gesund.
Neben diesen akuten Krankheitssymptomen gibt es eine Verlaufsform, die als "chronisch"
bezeichnet werden kann: Die Pflanzen scheinen sich zu erholen, normal entwickelte
Blätter sterben erst nach Monaten ab, neu gebildete Blätter wachsen nicht bis zur vollen
Größe. Sie bleiben klein und graugrün. Manchmal entwickeln sich neue Triebe; die Pflanzen
wirken jedoch ungesund und kahl. Schleichendes Welken und Absterben einzelner
Pflanzenteile führen schließlich zum Absterben der ganzen Pflanze. Pflanzenreste bzw.
abgestorbene Pflanzen einschließlich der Wurzeln verrotten erst nach Monaten.
Infizierte Stecklinge können an der Wurzelbildung gehindert werden bzw. bilden anormale
Wurzeln aus, weil die Bakterien eine hemmende - auxinartige - Substanz ausscheiden.
3.2.3 Die Blattflecken-Bakteriose
Symptome an der Blattunterseite (Blatt gegen das Licht betrachten!): Zu Beginn 0,5 bis
1,0 mm glasige dunkelgrüne Punkte. Diese vergrößern sich und in ihrer Mitte entsteht
zuerst ein ölig-braunes, dann nekrotisches Zentrum (Vogelaugen-Symptom). Im Gegensatz
zur Stengelflecken-B. welken die Pflanzen nicht. Die Blätter verbräunen, beim Übergreifen
der Infektion auf die Stengelteile stirbt die ganze Pflanze ab. Hier handelt es sich um eine
Erscheinungsform von Trockenfäule, die häufig bei Peltaten auftritt.
Bei stark erkrankten Pflanzen ist - unabhängig von der Verlaufsform der Krankheit - manchmal
der Austritt von gelb-orangem Bakterienschleim an abgestorbenen Stengelteilen zu beobachten.
3.3. Ähnliche Schadbilder
Dem Schadbild der bakteriellen Pelargonienwelke ähneln die Schadbilder der Pilze Verticillium
und Pythium. Auch diese können einen Bestand bei mangelnder Hygiene und niedriger
Temperaturführung erheblich schädigen. Indem sie die Pflanzen schwächen, können sie zudem
eine Ausbreitung der XCP-Bakteriose begünstigen.
Im Gegensatz zu XCP-Bakteriose und Verticillium-Welke, die beide vorzugsweise bei
Temperaturen über 25 °C ausbrechen, tritt Pythium schon bei Temperaturen von 10 - 15 °C auf.
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